Roaming Grundlagen

Roaming beschreibt im digitalen Amateurfunk die Möglichkeit, automatisch die am besten empfangbare Station am Funkgerät einzustellen, ohne manuell einen Kanal- oder Frequenzwechsel vornehmen zu müssen. Das klingt erstmal nach einem überragenden Feature, jedoch birgt das im Amateurfunk auch ein paar Risiken und Stolpersteine.

Ich habe mich länger mit dem Thema Roaming auseinandergesetzt, da alle guten Funkgeräte diese Funktion mitbringen und ich gerne alles ausprobiere, was an Bord ist.

Nach einigen Versuchen und auch Fehlschlägen habe ich für mich eine Methode gefunden, mit der ich am besten klar komme. Vorweg sollte man sich aber ein paar Dinge bewusst machen:

  • Roaming bedeutet im Amateurfunk nicht, dass man jedes Gespräch über jedes Relais hinweg mitnehmen kann und dadurch quasi permanent auf derselben TG über mehrere Relais hinweg sprechen kann
  • Roaming im Amateurfunk ist sehr stark davon abhängig, dass die Konfiguration der im Roaming einbezogenen Relais konstant ist. Ständig wechselnde Konfigurationen (insbesondere Änderungen der statischen TGs) machen das Roaming praktisch unmöglich.
  • Im Amateurfunk verwenden wir DMR-Tier-2. Roaming ist also an den Zeitschlitz gebunden und funktioniert nicht mit variablen Zeitschlitzen.

Auf einen der oben aufgeführten Punkte möchte ich etwas genauer eingehen, da anhand diesem sehr schnell klar wird, wo die Problematik liegt. Dabei wird folgende Konfiguration zu Grunde gelegt, die im Amateurfunk durchaus üblich ist:

  1. Auf Relais 1 ist im Zeitschlitz 1 (TS1) die TG262 statisch geschaltet
  2. Auf Relais 2 ist im Zeitschlitz 1 (TS1) die TG262 statisch geschaltet
  3. Auf Relais 3 ist im Zeitschlitz 1 (TS1) die TG262 nicht statisch geschaltet

Wenn man nun alle drei Relais in eine Roamingliste packt, kann (und wird irgendwann) folgendes passieren: Man fährt durch die Gegend. Der Empfang von Relais 1 wird schlechter (RSSI-Wert). Das Gespräch läuft noch auf TG262. Das Funkgerät beginnt unterhalb des Schwellwertes ein besser empfangbares Relais zu finden. Relais 2 ist zu weit weg, auf Relais 3 läuft auf TS1 ein QSO über die TG2624. Das Funkgerät erkennt nun Aktivität auf TS1 des Relais 3 und schaltet automatisch darauf um. Das dort aber ein QSO in einer anderen Talkgroup geführt wird, spielt in dem Moment keine Rolle, da das Roaming nur über die Signalstärke funktioniert. Somit sind wir aus dem laufenden QSO auf TG262 „rausgeflogen“.

Man merke also: Man muss sich zunächst die Relaiskonfigurationen ansehen, die man in eine Roamingliste aufnehmen möchte und die statischen Talkgroups beachten. Das kann man ganz einfach über das Brandmeister Dashboard.

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